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Kulturaustausch am 35. Bündner Jodlertag im
Unterengadin
Die Alphornbläsergruppe „Gruppa da Tübas Scuol / Val Müstair“ hat
mit der Organisation des ersten Bündner Jodlertages in Scuol Kontakte
zwischen zwei Kulturen mit Tradition ermöglicht. Das Motto der
Tourismusorganisation Unterengadin „Noch zu entdecken“ wurde in Taten
umgesetzt.

(hfi) Der Bündner Jodlertag hat sich zu einem Treffen der Bündner
Jodlerfamilie entwickelt, bei dem Wiedersehensfreude, Gemütlichkeit und
Pflege der Kameradschaft im Mittelpunkt stehen.


Auch in Scuol entstand beim Apéro sofort eine gemütliche Stimmung. Um
13.30 Uhr wurde sie durch den eindrücklichen Aufmarsch der Treichlergruppe Engadin
noch untermalt. Die Gruppa da Tübas
Scuol-Val Müstair setzte die Eröffnung des Jodlertages mit einem
melodiös interpretierten Alphornvortrag, kreativ begleitet vom
Fahnenschwinger Thomas Kessler.

Mit grosser Begeisterung begrüsste OK-Präsident Kurt Schneeberger die
Bündner Jodlerfamilie in Scuol. Die Schwerpunkte in den Grussworten von
Luzi Kindschi, Präsident der Bündner Jodlervereinigung (BJV) und Dr. Jon
Domenic Parolini, Gemeindepräsident von Scuol, bildeten die Freude über
den ersten Bündner Jodlertag im Unterengadin, der Hinweis auf die
Philosophie des Jodelliedes betr. Lebensfreude, Naturverbundenheit usw.
sowie ein herzliches Dankeschön an das rührige OK unter der Leitung von
Kurt Schneeberger.
Konzert in der Schweigezone - Botschaften der Jodlerszene
Schon beim ersten Vortrag im Gemeindesaal versetzte Kurt Schneeberger
die Zuhörenden bei der Vorstellung der Mitglieder der Gruppa da Tübas
ins Staunen. Die neun Bläser stammen aus verschiedenen Dörfern im
Unterengadin, aus dem Münstertal und einer sogar aus Latsch im Südtirol,
d.h. aus Italien!

Eine weitere Überraschung bildete die erstmalige Darbietung eines
romanischen Jodelliedes an einem Bündner Jodlertag. Das Jodelduett Julia
Wandfluh/Mario Filli interpretierte mit „A chatscha da Chamotschs“
eine Komposition des bekannten Komponisten Franz Stadelmann, die Mario
Filli ins Romanische übersetzt hatte. Diese Premiere wurde mit tosendem
Applaus verdankt.

Ein Novum bildete auch der von den Konzertbesuchenden mit
Begeisterung quittierte Auftritt des Frauenjodelchörlis „Stailalva“
unter der Leitung von Johanna Bühler, einer Nachwuchsformation aus dem
Projekt „Bündner Jodler 2008“ zur Förderung und Integration von
Absolventinnen und Absolventen der Jodlerkurse der BJV.
Im Verlaufe des Konzertes, das von Jon Peider Cantieni mit Humor
moderiert wurde, wurden die Zuhörenden mit ganz verschiedenen
Darbietungen von Jodler- und Alphorngruppen sowie von Kleinformationen
(Einzel-, Duett-, Terzett- und Quartettvorträge) überrascht. Der
Blumenstrauss aus der Bündner Jodlerszene beinhaltete eine grosse
Vielfalt in Bezug auf Qualität, Komponisten und Themata. Neben
ausgereiften, mit Singfreude vorgetragenen Darbietungen, ortete der
aufmerksame Zuhörer bei anderen Vorträgen mangelhafte Interpretation des
Textes, spannungsarme Melodiebogen oder fehlende Begeisterung und damit
zuwenig Ausstrahlung. Eine entscheidende Rolle spielt jeweils die Wahl
einer geeigneten Komposition.
Der
Abschluss des Konzertteils mit eindrücklichen Gesamtvorträgen aller
Alphornbläser und zwei Gesamtchorliedern aller Jodlerinnen und Jodler
versetzte die Einheimischen ein weiteres Mal ins Staunen. Auch die
urgemütliche Stimmung nach dem Nachtessen im Festzelt mit gemeinsamem
Singen und Alphornblasen war für die Unterengadiner eine völlig neue
Erfahrung.
Abendunterhaltung - Botschaften des Unterengadins
In der Abendunterhaltung vermittelten Unterengadiner Formationen hör-
und sichtbare Beispiele aus der romanischen Kultur.

Während der Cor masdà Scuol die anwesenden Jodlerinnen und Jodler mit
einem vielfältigen Repertoire an romanischen Liedern erfreute,
demonstrierten die Tanzgruppe Scuol-Sent und die Ländlerkapelle Val
Tasna, wie Volkstänze im Unterengadin interpretiert und getanzt werden.
Auch die Trubadurs Peder e Flurin entpuppten sich als sympathische und
erfolgreiche Botschafter der romanischen Kultur. Für einen gemütlichen
Abschluss des gelungenen Jodlertages sorgte die Kapelle Val Tasna mit
ihren lüpfigen Weisen.
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