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Grusaida auf Tele Südostschweiz (TSO) am
07.10.2006 zum Thema Alphorn
Informationen des
Studiogastes Franz Kaufmann
Das Alphorn – Geschichtliches
(fka) Über die Herkunft und die Entwicklung des Alphorns wurde schon
viel geschrieben. Doch lässt sich der eigentliche Werdegang nicht mit
Sicherheit bestimmen.
In alten Schriften ist schon da und dort von einem Alphirtenhorn die
Rede. So schrieb 1555
der Zürcher Naturgelehrte Conrad Gessner von einer Litium alpinum, der
er am Pilatus begegnete.
1653 blies ein Alphorn die Männer zum Krieg zusammen, als man für den
Bauernkrieg mobil machte.
In einem Rechnungsbuch des Klosters St. Urban wurde ein Eintrag von 2
Batzen an einen Walliser mit Alphorn gefunden. Auch fand man in alten
Schriften, dass Bettelbläser in den Städten herumlungerten und um
Nahrung bettelten. Die Bettelbläser waren meistens Sennen, die sich in
der Winterzeit ihren Unterhalt nicht auf der Alp verdienen konnten.
Entwicklung und Durchbruch
Im Laufe der Zeit gab es verschiedenartige Holzblasinstrumente, deren
Weiterentwicklung erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts zur heutigen Form
des Alphorns führte.
Um die Jahrhundertwende war es stiller geworden um das Alphorn. Trotzdem
soll an der Gründerversammlung des Eidgenössischen Jodlerverbandes (EJV)
ein Alphornbläser dabei gewesen sein. Oskar Friedrich Schmalz
veröffentlichte schliesslich im Jahr 1921 eine Melodiensammlung. In der
Folge fand in Trueb am 8. Oktober desselben Jahres der erste Emmentaler
Alphornbläserkurs statt. Später wurden solche Kurse auch in Interlaken
und in der Innerschweiz durchgeführt. Einen wichtigen Beitrag leistete
der Komponist Alfred Lorenz Gassmann mit seiner zusammengetragenen
Melodiensammlung „Bläst mir das Alphorn“. An der EXPO 1939 fand ein
Alphornwettblasen mit Teilnehmern aus der ganzen Schweiz statt.
Von den Bergen ins Tal
Bis 1950 wurden die Begriffe „Alphorn-Älpler“ und „Alphornklänge-Berge“
als eine untrennbare Einheit geprägt. Die letzten fünfzig Jahre haben
eine grundlegende Strukturveränderung gebracht. Der Älpler ist wie wir
alle ein von den Massenmedien beeinflusster Konsument geworden
(Zufahrtsstrassen, Radio und Fernsehen, etc.). Die Mehrzahl der
Alphornbläser von heute lebt im Tal, in Dörfern und gar Städten. Weit
über 2000 Alphornbläser pflegen den schönen alten Brauch in der ganzen
Schweiz. Der Anteil weiblichen Geschlechts ist zwar noch gering, doch im
Können stehen die Frauen den Männern in nichts nach. Erfreulich ist
auch, dass immer mehr junge Leute den Zugang zum echten Volksgut finden.
Entwicklung in der Bündner Jodlervereinigung (BJV)
- 1973: Bei der Gründung der BJV waren 3 Alphornbläser auf der
Mitgliederliste BJV
- 2006: Stand: 10 Alphorngruppen mit 34 Mitgliedern (auch in der
Surselva!) und 15 Einzelmitglieder
Das Alphornspiel hat sich verändert
Das ursprünglich ruhige, langatmige und träge Spiel mit den Naturtönen,
welches sich in den Weiten der Alpenwelt von Felswand zu Felswand mit
grossem Echo verliert, hat auf dem Festplatz und in den Konzertsälen
kein Platz mehr: der moderne Alphornbläser gestaltet seine Motive
beweglicher, die Melodien werden rhythmisch anspruchsvoller. Die
Entwicklung des Spiels läuft mit dem stets verbesserten Können der
Bläser parallel. Immer mehr Bläser erreichen auf ihren Instrumenten 15
und mehr Naturtöne. Mit dem erweiterten Tonmaterial und der verbesserten
Blastechnik hat sich die Alphornmelodie melodisch und rhythmisch stark
entwickelt.
Die Alphornmelodien werden zum grössten Teil ab Notenblatt gelesen und
auswendig gelernt. Von Ausnahmeerscheinungen abgesehen sind die
Alphornbläser kaum mehr in der Lage, echte Melodien alleine aus freien
Stücken zu erfinden.
Das Alphorn – ein Kunstwerk
Die Alphornmacher haben in den vergangenen Jahren viel zur Entwicklung
des Alphorns in der Schweiz beigetragen. Ihnen verdanken wir
Instrumente, die in der Stimmung einheitlich sauber klingen und leicht
ansprechen. Doch bleibt jedes Alphorn ein handwerkliches Einzelstück,
ein kleines Kunstwerk!
Auch Profimusiker benutzen unsere Alphörner – das zeugt für ein
besonderes Gütezeichen.
Tonumfang
Auf dem Alphorn kann man fünfzehn Naturtöne spielen. Alle diese Töne
sind rein und natürlich. Auch b und fis (Alphorn; fa) sind rein und
nicht wie bei allen übrigen Instrumenten (u.a. Waldhorn) der
wohltemperierten Stimmung angeglichen.
Mundstück aus Buchsenholz
Das Mundstück, das den Lippen des Bläsers als Auflage dient, hat für die
Tonerzeugung eine grosse Bedeutung, da diese allein von den Schwingungen
der Lippen ausgeht. Die Fähigkeit Naturtöne zu blasen hängt von der
Spannkraft der Lippen ab. Das Mundstück dient mit seinem äusseren Rand
dazu, den Lippen beim Blasen einen Halt zu geben. In der Mitte besitzt
es eine Vertiefung, damit dort ein Teil der Lippen frei schwingen kann.
Durch die Bewegung der Luftsäule (Schwingungen) entsteht ein Ton. Die
„Röhre“ des Alphorn dient als Luftraumresonator.
Kurswesen – EJV Unterverband / BJV
s. www.buendnerjodler.ch / Kurse / Alphorn
Faszination Alphorn
- Was ist das Faszinierende am Alphorn?
- Voraussetzungen für das Erlernen des Alphornspiels?
- Aufbau eines Anfängerkurses?
- Tipps für Leute, die das Alphornspiel erlernen möchten?
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Aktuelles
DV BJV 2011 in Klosters
Schwerpunkte: Eidg Jodlerfest 2014 in Davos, Aufnahme neue Mitglieder,
Wahl zweier neuer Vorstandsmitglieder

>> Bericht
Bündner Jodlertag 2011
Einmal mehr hat sich der Bündner Jodlertag als Publikumsmagnet erwiesen.
Trotz des warmen Frühlings-wetters waren das Konzert in der Schweigezone
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Die Bündner Jodlerszene bewegt sich. Den Beweis lieferten 29 Formationen
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Begeisterter Empfang für die erste Jodelpräsidentin in Malix
Mit Karin Niederberger hat der Eidg. Jodlerverband zum ersten Mal ein Frau
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>> Berichtt
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Chronik der BJV
Am 7. Januar 1973 trafen sich Vertreter von 12 Jodlerclubs zur Gründungsversammlung ...
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